Revision des versailler Vertrags bedeutung

Nach der Umsetzung des Vertrages wurde Oberschlesien zunächst von Großbritannien, Frankreich und Italien regiert. [149] Zwischen 1919 und 1921 kam es zu drei schweren Gewaltausbrüchen zwischen deutschen und polnischen Zivilisten, die dazu führten, dass auch deutsche und polnische Streitkräfte involviert waren. [149] [150] Im März 1921 hielt die Inter-Alliierte Kommission das Plebiszit in Oberschlesien ab, das trotz der vorherigen Gewalt friedlich verlief. Die Volksabstimmung führte dazu, dass etwa 60 Prozent der Bevölkerung für den Verbleib der Provinz zu Deutschland stimmten. [151] Im Anschluss an die Abstimmung debattierte der Völkerbund über die Zukunft der Provinz. [152] 1922 wurde Oberschlesien geteilt: Oppeln blieb im Nordwesten bei Deutschland, während die Provinz Schlesien im Südosten nach Polen überführt wurde. [149] Die Deutschen hatten erwartet, dass der Friedensvertrag auf Wilsons Plan basieren würde. Allerdings waren weder Großbritannien noch Frankreich bereit, eine Friedensregelung auf die vierzehn Punkte nach November 1918 zu gründen. Als beide große Reiche kontrollierten, erkannten sie, dass Wilsons Sicht auf Kolonien ihnen auch Probleme bereiten würde.

Stattdessen sollte der Vertrag viel härter sein, als die Deutschen gehofft hatten. Nach Scheidemanns Rücktritt wurde unter Gustav Bauer eine neue Koalitionsregierung gebildet. Bundespräsident Friedrich Ebert wusste, dass sich Deutschland in einer unmöglichen Situation befand. Obwohl er die Abscheu seiner Landsleute mit dem Vertrag teilte, war er nüchtern genug, um die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass die Regierung nicht in der Lage sein würde, ihn abzulehnen. Er glaubte, dass die Alliierten, wenn Deutschland sich weigerte, den Vertrag zu unterzeichnen, von Westen her in Deutschland einmarschieren würden – und es gab keine Garantie, dass die Armee im Falle einer Invasion Stellung beziehen könnte. Vor diesem Hintergrund fragte er Feldmarschall Paul von Hindenburg, ob die Armee zu einem sinnvollen Widerstand fähig sei, falls die Alliierten den Krieg wieder aufleben sollten. Wenn es auch nur die geringste Chance gäbe, dass die Armee durchhalten könnte, wollte Ebert empfehlen, den Vertrag nicht zu ratifizieren. Hindenburg kam nach dem Ableiten seines Stabschefs Wilhelm Groener zu dem Schluss, dass die Armee den Krieg nicht einmal in begrenztem Umfang wieder aufnehmen könne. Anstatt Ebert jedoch selbst zu informieren, ließ er Groener die Regierung darüber informieren, dass sich die Armee im Falle neuer Feindseligkeiten in einer unhaltbaren Lage befinden würde.

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